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Die Presse berichtet über Europ'age Saar-Lor-Lux e.V.

SAARBRÜCKER ZEITUNG - Japaner haben's beim Einkaufen besser
Erschienen:23.03.2017 / SZ_RP / VK_LOK / CLOK15_4
                 23.03.2017 / SZ_RP / SBM_LOK / CLOK11_4    
Ressort:Lokales
Verfasser:Von Udo Lorenz

Podiumsdiskussion über das Für und Wider von Einkaufszentren: Expertin verweist auf spezielle Senioren-Einkaufstage in Fernost.
Eine so lebhafte Diskussion wie zum Thema „Einkauf unter einem Dach: Fluch oder Segen für Ältere ?“ hat es bei der Seniorenvereinigung Europ' age Saar-Lor-Lux lange nicht gegeben. Center-Manager Sebastian Kurth vom Saarbrücker Einkaufszentrum Europa-Galerie, Verdi-Gewerkschaftssprecher Jürgen Grandjot und Ernährungsreferentin Barbara Schroeter von der Verbraucherzentrale des Saarlandes erörterten in der Arbeitskammer mit dem meinungsfreudigen Publikum die Frage, ob große Einkaufszentren in der Stadt immer mehr kleine Läden in den Dörfern sterben lassen und dort die Versorgung gefährden – oder ob sie mit Tausenden Artikeln unter einem Dach nicht sogar Vorteile für ältere Menschen beim Einkaufen bieten.
Verbraucher-Sprecherin Schroeter lobte das viel größere und vielfältigere Warenangebot in der Europa-Galerie mit ihren 110 vermieteten Läden, bemängelte aber, dass es dort neben schönen kleinen Cafés mit Sitzgelegenheiten keine speziellen Seniorenartikel, nur schwer zu findende Aufzüge, ein noch unzureichendes Gastronomie-Angebot und keinen Rollstuhlverleih gebe. Sie regte gemeinsam mit Zuhörern aus dem Publikum an, auch die Garderoben und Toiletten in der Europa-Galerie zu verbessern und vielleicht wie in Japan mal einen Senioren-Einkaufstag mit Unterhaltungsprogramm einzurichten.
Center-Manager Sebastian Kurth sagte, die in den Jahren 2008 bis 2010 für 170 Millionen Euro errichtete Europa-Galerie mit ihren je nach Saison 600 bis 900 Arbeitsplätzen werde inzwischen von sieben Millionen Kunden pro Jahr besucht, darunter 20 bis 50 Prozent Franzosen. „Wir bearbeiten jede Kundenbeschwerde und nehmen alle Anregungen mit“, betonte Kurth.
Verdi-Sprecher Jürgen Grandjot sagte, für ältere Menschen sei es oft ein großes Problem, in Einkaufszentren erst mit dem Auto reinfahren zu müssen, um überhaupt einkaufen zu können. Einerseits müssten Überlegungen angestellt werden, wie Menschen in den Dörfern weiter eine Grundversorgung mit Lebensmitteln wie Brot, Wurst, Fleisch, Milch erhalten können. Andererseits sollten auch Hol- und Bringdienste zum Einkaufen für ältere Menschen eingerichtet werden.
Für die Stadtentwicklung in Saarbrücken sah Gewerkschafter Jürgen Grandjot in der Europa-Galerie nach anfänglicher Skepsis inzwischen eher positive Aspekte, auch für eine immer attraktivere Bahnhofstraße. Dagegen monierte er, dass es in nahezu allen Läden des Einkaufszentrums keine Tarifbindung und keine gesetzliche Mitbestimmung für die Beschäftigten gebe.
Europ'age-Präsidentin Marianne Granz rief am Ende der Diskussion dazu auf, eine politische Antwort für die angeregten Bringdienste zum Einkaufen zu finden. „Die Ärzte machen es ja schon vor und kommen stundenweise pro Woche in manche Dörfer“, sagte Granz.

Eine Kritik an der Europa-Galerie ist, dass Senioren ein wenig zu kurz kommen: schwer zu findende Aufzüge, kaum spezielle Artikel. Archivfoto: Becker&Bredel

 

SZ 2052016 Senioren wollen der Jugend ihre Werte vermitteln

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SAARBRÜCKER ZEITUNG - Senioren aus Lothringen und dem Saarland vernetzen sich


Erschienen: 05.02.2016 / SZR / SBM_MAN / BREG_3
Ressort: Region
Titel: Senioren aus Lothringen und dem Saarland vernetzen sich

Fehlende Anerkennung und die Angst davor, pflegebedürftig zu werden: Darüber machen sich Senioren Gedanken. Betroffene aus dem Saarland und aus Lothringen suchen jetzt gemeinsam nach Lösungen für ihre Probleme.

Forbach. Wie können Senioren in der Grenzregion besser leben – darüber haben sich die Teilnehmer des jüngsten grenzüberschreitenden Themen-Frühstücks in Forbach unterhalten. Viele Senioren nutzen heute Smartphone und Tablet, dennoch „haben Menschen ab 70 oft Probleme, einen Kredit für ein neues Auto zu bekommen“, gab Esther Ribic, Vize-Präsidentin des Vereins Europ'age Saar-Lor-Lux, ein Beispiel der Diskrepanz zwischen Realität und Vorurteilen. Auch die Wirtschaft habe ein zwiespältiges Verhältnis zu Senioren. „Man erkennt ihre Kompetenz und freut sich, wenn sie ihr Know-how weitergeben. Allerdings wird zu oft erwartet, dass dies auf ehrenamtlicher Basis geschieht“, sagte Ribic.

Vom Elsass über das Saarland bis zu Wallonien seien die Probleme, mit denen Senioren konfrontiert werden, oft die gleichen. Deshalb organisiert Europ'age im Mai den ersten Seniorenkongress der Großregion in Otzenhausen. „Eine gute Möglichkeit für die Akteure sich grenzüberschreitend zu vernetzen“, sagte Ribic. Wie beim Frühstück in Forbach wird dort das selbstbestimmte und unabhängige Leben wahrscheinlich zum herrschenden Thema. „60 Prozent der Senioren möchten zu Hause bleiben. Nur fünf Prozent ziehen lieber in eine Senioren-WG und zwei Prozent in ein Pflegeheim“, berichtete Wolfgang Langguth, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Saar und Gründer des so genannten „Ambient Assisted Living“-Netzwerks Saar. 2012 habe eine Untersuchung ergeben, dass ein Drittel der Pflegefälle zu Hause hätte weiterleben können, wäre die Wohnung barrierefrei gewesen. Dadurch würden sich die Lebensbedingungen der Senioren stark verbessern und die Sozialkassen könnten Geld sparen.

2015 wurde von Lothringen und dem Saarland das Netzwerk „Silver Economy“ (Senioren-Wirtschaft) geschaffen. Es beschäftigt sich auch mit neuen Aspekten der Versorgung wie zum Beispiel der Telemedizin. „Dennoch wird der Einsatz der Technologie nur sinnvoll, wenn er auf das Menschliche aufbaut“, sagte Langguth. hem Bildunterschrift Ältere Menschen nutzen heute auch Tablets. Foto: dpa Technische Information: Text-ID:a22434078

 Quelle: Saarbrücker Zeitung

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